{"id":303,"date":"2009-10-24T08:07:36","date_gmt":"2009-10-24T06:07:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.runningpower.de\/new\/?p=303"},"modified":"2011-05-14T08:08:13","modified_gmt":"2011-05-14T06:08:13","slug":"nachbetrachtung-meines-ersten-marathons","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marc-schulze.com\/?p=303","title":{"rendered":"Nachbetrachtung meines ersten Marathons"},"content":{"rendered":"<div><a href=\"http:\/\/twitpic.com\/show\/thumb\/mptnt.jpg\"> <img decoding=\"async\" title=\"Click to enlarge\" src=\"http:\/\/twitpic.com\/show\/thumb\/mptnt.jpg\" alt=\"bild\" height=\"120\" \/><\/a><\/div>\n<p>Donnerstag.     Am 4. Tag nach dem gro\u00dfen Rennen werden die Schmerzen in den Muskeln  langsam ertr\u00e4glich.  4 Tage, nachdem ich 42,2km am St\u00fcck gelaufen bin.  Der Gedanke daran, diese Strecke \u00fcberhaupt geschafft zu haben macht mich  stolz. Und jeder, der das auch geschafft hat kann genauso stolz auf  sich sein.  Nun m\u00f6chte ich schreiben, wie es mir in den Stunden und Tagen nach dem  Marathon ergangen ist.  Direkt nach dem Zieleinlauf hatte ich kurz eine Phase, in der mein  Schmerzzentrum im Gehirn von meinem Gl\u00fcckzentrum ausgeschaltet wurde.  Ich war am jubeln, gab Interviews und nahm die ersten Gl\u00fcckw\u00fcnsche und  K\u00fcsschen von Freundin und Familie entgegen.   Doch schon die ersten Schritte durch den Zielbereich richtung Umkleiden  waren ein steifes Humpeln mit brennenden Schmerzen in den ganzen Beinen.  Zudem war ich schon etwas durchgefroren. Beim Umziehen bemerkte ich  schon eine kleine Blessur an meinem linken Fu\u00df: die 4. Zehe f\u00fchlte sich  ungew\u00f6hnlich taub an und der Zehennagel wackelte komisch. Zur  Regeneration lie\u00df ich meine Kompressionstr\u00fcmpfe aber noch an.   Das erste Aufstehen vom Sitzend-Umziehen deutete dann wie ein Schlag ins  Gesicht einen barbarischen Muskelkater an.   Die Freude bei der anschlie\u00dfenden Siegerehrung \u00fcberdeckte die dunklen  Muskelkaterwolken noch ein bisschen. Bei den Gehstrecken auf dem Heimweg  bekam ich von meinem Trainer Matthias Kieb dann schon das Lob einer  sauberen Gehertechnik, denn erstmal waren meine Knie zu jedem Zeitpunkt  der St\u00fctzphase durchgestreckt. Diesmal aber, weil es vor Schmerzen nicht  anders ging.   Nach Online-News schreiben und ankommenden Gl\u00fcckwunschmails lesen und  etlichen Telefonaten gab es Sonntagnachmittag eine kurze Ruhepause,  bevor es zur Regeneration mit Marc und Matthias sch\u00f6n in die Sauna ging.  Hitze, Eisbad, Whirlpool. Eine Wohltat.    Am Montagmorgen klingelte p\u00fcnktlich 5:30 Uhr der Wecker. 6:45 Uhr  Arbeitsbeginn. Den Stolz hatte ich, nach einem Marathon einen ganz  normal 8h Tag zu arbeiten. Schlafen konnte ich sowieso nicht viel. Bei  jeder gro\u00dfen Beinbewegung wachte ich vor Schmerzen auf und hatte sofort  die intensiven Eindr\u00fccke vom Lauf in meinem Kopf.  Meine Freundin musste mich mit dem Auto zum S-Bahnhof bringen. Denn f\u00fcr  das Treppenhaus brauchte ich schon die 4-fache Zeit vom normalen.    Dort wartet eine kleine \u00dcberaschung auf mich: Ich war auf dem Titelblatt  der Morgenpost, die es dort im Automaten gab. Man f\u00fchlt sich gleich  etwas beobachtet am Bahnsteig. Und unverhofft konnte ich meiner Freundin  ein \u00fcberaschendes Geschenk machen: Wir, k\u00fcssend, ganz gro\u00df, in der  Zeitung. Das musste sofort wiederholt werden.  Im Krankenhaus dr\u00e4ngte ich mich dann motiviert in den OP-Plan. Denn  Stehen war eindeutig besser als Herumlaufen.   Montag nach der Arbeit quoll mein Postfach von den vielen Gl\u00fcckw\u00fcnschen  fast \u00fcber&#8230;.ein wahre Freude sie alle zu lesen.    Der 2. Tag nach einer extremen Muskelbelastung ist meistens der  schmerzhafteste. Und da Laufen eine sehr ehrliche Sportart ist, war auch  der Muskelkater sehr ehrlich zu mir und lie\u00df mich die erste Treppe des  Tage hinab in die Dunkelheit sehr wach werden. Kann mal jemand diese  Messer aus meinen Oberschenkeln herausziehen?    Langsam kommen auch wieder klare, nicht euphorische Gedanken \u00fcber den  Lauf in mein Gro\u00dfhirn. Die eigentliche Schl\u00fcsselfigur w\u00e4hrend des Laufs war wieder mein Trainer  und Betreuer Matthias gewesen. Nur Blicke in der Anfangsphase des  Rennens reichten, um mir mitzuteilen, dass ich gef\u00e4lligst hinten, im  Windschatten der F\u00fchrungsgruppe laufen sollte. Und nicht wie ein  stolzierender Hengst mit wehender M\u00e4hne voran, richtig sch\u00f6n im kalten  Wind! Diese Blicke waren sicher 5 mal n\u00f6tig. Manchmal auch ein kurzer  Ruf.    Genauso hat Matthias mir bei jeder Getr\u00e4nkestation meine angew\u00e4rmten  Trinkflaschen gereicht. Da haben die auskristalisierenden W\u00e4rmepacks f\u00fcr  fr\u00f6stelnde Frauchen doch etwas gen\u00fctzt. Denn 3\u00b0 kaltes Wasser bei 3\u00b0  ist nich gerade optimal.   An der entscheidenden Stelle des Rennens bekr\u00e4ftigte Matthias auch meine  Entscheidung, Borris Tempohatz nicht zu folgen um danach zum  Gegenschlag auszuholen.    Am Mittwoch Morgen bin ich das erste mal wieder zum Zug geradelt. Diese  neuen ellipsenf\u00f6rmigen Ritzel brauchete ICH da sicher nicht, mein Tritt  war auch so unrund. Aber es hat zum fahren ausgereicht. Nur beim Antritt  an den Kreuzungen lie\u00df ich etwas mehr Sicherheitsabstand, bevor ich  losfuhr, denn die Beschleunigung glich eher einem G\u00fcterzug.     Den runden Abschluss der von Emotionen getragenen Tag gab die  allsemesterliche Medizinerparty.  Durch meine Mitarbeit bei VVK und Abendkasse hatte ich nat\u00fcrlich auch  access all areas und der Sonntags gewonnene Bierkrug konnte gef\u00fcllt und  ausschweifend gelehrt werden.    Eine Erk\u00e4ltung blieb mir bis jetzt zum Gl\u00fcck erspart, Antioxidatien sei  Dank.    Und nun ist ersteinmal Laufpause&#8230;.K\u00f6rper und Geist sollen wieder  richtig Lust auf das Laufen bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag. Am 4. Tag nach dem gro\u00dfen Rennen werden die Schmerzen in den Muskeln langsam ertr\u00e4glich. 4 Tage, nachdem ich 42,2km am St\u00fcck gelaufen bin. 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