{"id":328,"date":"2009-08-13T08:22:22","date_gmt":"2009-08-13T06:22:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.runningpower.de\/new\/?p=328"},"modified":"2011-05-14T08:22:49","modified_gmt":"2011-05-14T06:22:49","slug":"radplausch-uber-vitargo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marc-schulze.com\/?p=328","title":{"rendered":"Radplausch \u00fcber Vitargo"},"content":{"rendered":"<p>Bessere Vertr\u00e4glichkeit durch geringere Osmolarit\u00e4t  Sonnenschein, 30\u00b0 Grad im Schatten und neben mir ein Unikollege, mit dem  ich auf dem Rennrad zur Kiesgrube rolle. Nach dem Schwimmen soll auch  noch gelaufen werden. Eine richtig harte Einheit also. Er mag das Wetter  und will n\u00e4chstes Jahr beim der Langdistanz auf Lanzarote starten. Doch  bei seiner letzten Mitteldistanz qu\u00e4lte ihn ein leidiges Problem, was  seine Pl\u00e4ne f\u00fcr die Langdistanz bedr\u00e4ngt. Wie kann er genug Energie f\u00fcr  das Rennen aufnehmen, wenn er sp\u00e4testens beim Laufen dreimal in den Wald  rennen muss, um Gegessenes hinten raus zu entleeren.  Erstmal erkl\u00e4re ich ihm ihm, wie es nach meiner Logik zu dem Durchfall  bei der langandauernden Belastung kommt.  Der Dickdarm, das letzte Teilst\u00fcck des Darms vor dem Enddarm hat neben  der Speicherfunktion die Aufgabe, Wasser und Elektrolyte aus dem  Darminhalt aufzunehmen (fachspr.: absorbieren).  Normalerweise sind nur 8% des letztendlich ausgeschiedenen Stuhls  Nahrungsreste. Der Rest sind 3\/4 Wasser 8% Darmbakterien und 8%  Darmepithelzellen.  W\u00e4hrend einer Wettkampfbelastung soll der Magen-Darm-Trakt (MDT) jedoch  einen schwierigen Spagat schaffen. Da das Blut unter Bewegung zu einem  gr\u00f6\u00dferen Anteil durch die Skelletmuskulatur flie\u00dft, besteht im MDT eine  relative Minderdurchblutung. Die Nahrungsaufnahmemaschine hat also viel  weniger Benzin f\u00fcr die zu bew\u00e4ltigenden Aufgabe zur verf\u00fcgung: m\u00f6glichst  viel Energie aufzunehmen.  Das Problem im Wettkampf ist also, dass die Energie nicht vollst\u00e4ndig  aufgenommen werden kann. Ein Nadel\u00f6hr in der Energieaufnahme sind die  Zuckertransportmolek\u00fcle der Darmzottenzellen  Aus diesem Grund arbeitet die Ern\u00e4hrungsindustrie an der optimalsten  Mischung verschiedener Zuckerarten um die mikroskopischen  Transportproteine im Darm gr\u00f6\u00dftm\u00f6glich auszunutzen. Die neuste  Entwicklung geht dahin, dass in Kombination mit Eiwei\u00dfen die  Kohlenhydrate noch besser aufgenommen werden k\u00f6nnen.  Das 2. Problem sind die Nahrungsstoffe, die im Darm verbleiben. Sie  ziehen das Wasser wie ein Schwamm an sich und lassen den Athlet  letztendlich in den Wald h\u00fcpfen.  Hierbei ist es ein physikalisches Gesetz, dass die Anzahl der Molek\u00fcle  die Anziehungskraft f\u00fcr Wasser bestimmt. Die so genannte Osmolarit\u00e4t.  Die Anzahl osmotisch aktiver (wasseranziehender) Teilchen pro Liter.   Der Begriff Osmolalit\u00e4t beschreibt die gleiche Eigenschaft der  Osmolarit\u00e4t nur auf das Gewicht (pro Kilogramm) bezogen.  Die logische Schlussfolgerung ist also, dass ein Stoff mit geringer  Osmolarit\u00e4t, bei Nicht-Absorbtion den dickfl\u00fcssigsten Darminhalt  entstehen l\u00e4sst.  Bezogen auf diese Eigenschaft ist das von mir als Energienachschub  gew\u00e4hlte Vitargo-Kohlenhydrat die Nummer 1.  Osmolalitsergebnisse verzehrfertiger Drinks nach Einnahmeempfehlung des  Herstellers Sport drinks \t 10% L\u00f6sung \t Drink nach Einnahmeempfehlung Vitargo\u00ae+ELECTROLYTE \t &lt;69 \t &lt;60* Vitargo\u00ae Gainers Gold \t &lt;41 \t &lt;51x MAXIM ELECTROLYTE \t &lt;301 \t &lt;205y  * 70g Pulver in 700ml Wasser aufgel\u00f6st x 75g Pulver in 500ml Wasser aufgel\u00f6st y 60g Pulver in 750ml Wasser aufgel\u00f6st  Und diese Eigenschaft der geringen Osmolarit\u00e4t spielt am Anfang der  Verdauung eine weitere entscheidende Rolle: Nach dem Schlucken in den  Magen ziehen stark wasserziehende Kohlehydratmischungen entweder noch  mehr Wasser aus den Magensekreten oder man trinkt dazu noch einfach mehr  Wasser, mit der oben beschriebenen Folge. (Was bei Energiegels h\u00e4ufig  zu beachten ist). F\u00fcr diese Vorg\u00e4nge wird die Mischung aber im Magen  behalten und kann nicht im Darm aufgenommen werden.  Aus diesem Grund ist es auch das logische Ergebnis einer Studie, dass  Vitargo eine 80% Prozent schneller Magenpassage hat und die  Muskelgykogenspeicher letztendlich 70% schneller als durch Einfachzucker  aufgef\u00fcllt werden.  Damit l\u00e4\u00dft sich auch erkennen, dass die Aufspaltung der gro\u00dfen  Vitargo-Molek\u00fcle nicht der geschwindigkeitsbestimmende Schritt in der  Energieaufnahme und es kein vermeintlicher Nachteil der m\u00e4chtigeren  Molek\u00fclgr\u00f6\u00dfe von Vitargo ist.  Die Schlussfolgerung unseres Plausches beim Radeln zum See war also,  dass mein Kollege in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung 2-3 Tage  vor dem Wettkampf keine Vollkornprodukte und Rohkost ist und er w\u00e4hrend  sowie ab 48h vor dem Wettkampf seine Kohlehydratspeicher mit Vitargo  auff\u00fcllt um erst gar keine Probleme mit dem MDT zu bekommen. Die  postiven Effekte dieser Umstellung werden hoffentlich sein, dass er den  Wettkampf ohne unfreiwillige Pausen sowie mit mehr Energie in den Beinen  bestreiten kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bessere Vertr\u00e4glichkeit durch geringere Osmolarit\u00e4t Sonnenschein, 30\u00b0 Grad im Schatten und neben mir ein Unikollege, mit dem ich auf dem Rennrad zur Kiesgrube rolle. 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