{"id":580,"date":"2011-10-23T20:47:44","date_gmt":"2011-10-23T18:47:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.runningpower.de\/new\/?p=580"},"modified":"2011-10-25T00:32:51","modified_gmt":"2011-10-24T22:32:51","slug":"alles-richtig-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marc-schulze.com\/?p=580","title":{"rendered":"Alles richtig gemacht&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Mein heutiger 2. Marathonlauf macht mich trotz der \u201eschlechteren\u201c Plazierung als bei meinem Sie vor 2 Jahren, viel gl\u00fccklicher. Ich habe mir insgeheim hohe Erwartungen gesetzt und diese dann auch noch \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p>Am Samstagabend haben wir in der \u201erunningpower\u201c- Trainingsgruppe und mit engen Freunden eine gem\u00fctliche Nudelparty gemacht und \u00fcber die geplanten Zeiten und Taktiken gesprochen. Die Marschtabelle, welche ich mir schon am Freitag ausgedacht hatte, war nat\u00fcrlich weit unter dem, was ich in der Presse als Zielzeit angegeben hatte. So hatte ich mir die Sicherheit aufgehoben, auch bei einem Einbruch die Erwartungen der Dresdner zu erf\u00fcllen. Auf der Tabelle stand als erster Kilometer 3:23-3:26min. Auf 10km 33:53-34:20. Auf Halbmarathon 71:30 bis 72:30 bei Marathon 2:21:59-2:24:59. Also entweder am Ende eingehen oder richtig was draufpacken. Erik Hass (PB 2:21:39 Berlin 2009 marathonscene.com) gab mir gestern abend den entscheidenden Tipp auf jeden Fall langsamer anzugehen. Alle gro\u00dfen Marathonl\u00e4ufe werden mit einem leichten Negativ-Split gewonnen. Also setzte ich mich im Kopf auf die 72:30 fest.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ern\u00e4hrung war ich der Experte. Von letztem Sonntag bis Dienstag wendete ich die Saltin-Di\u00e4t an und leidete mental unter dem Kohlehdratmangel. Wie ein S\u00fcchtiger st\u00fcrzte ich mich dann am Mittwoch auf den All-you-can Nudel-Teller in der Alten Mensa. Die Wettkampfern\u00e4hrung f\u00fcr Sonntag war wetterabh\u00e4ngig geplant. Durch die k\u00fchlen Temperaturen w\u00fcrde ich nicht so viel Schwei\u00df verlieren wie sonst, weshalb ich meine Vitargo-Getr\u00e4nke etwas konzentrierter anmischte. Angew\u00e4rmt nat\u00fcrlich&#8230;Kaltes auf k\u00fchlen Magen ist nur suboptimal. Insgesamt hatte ich 2,5 Liter f\u00fcr Christians Halbmarathon und meinen Marathon angemischt. Dazu hatte ich Marc in seinen Radrucksack noch 5 Gels gesteckt. Die sollte es ab Kilometer 25 geben und mit Wasserbechern runtergesp\u00fclt werden. Letztendlich haben mich die Getr\u00e4nke und Gels neben den Zuschauern \u00fcber die Strecke gebracht. Zirka 1-2 Minuten nach jeder \u201eMahlzeit\u201c sp\u00fcrte ich den deutlichen Temposchub in den Beinen. Das war auch der Grundstein, mein Tempo bis zum Ende zu halten und noch zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Der Wettkampftag: Gegen 24 Uhr konnte ich langsam aber relativ konstant durchschlafen, die gro\u00dfe Aufregung, wie vor der 2009er Premiere kam erst am Morgen. 7:15 weckte mich meine innere Uhr. 2,5h Stunden vorm Start gab es dann 2 leckere Nudossi-Br\u00f6tchen (schon oft getestet und als wettkampftauglich eingesch\u00e4tzt) und Tee. Mit Ankleiden, Dehnung, Rumpfkrafttraining, Getr\u00e4nkemischen und letzten Infos im Internet sowie mit Marc checken, verging die Zeit bis 9:15 wie im Flug. Nur in Wettkampfkleidung und W\u00e4rme\u00fcberzieher ging es mit der Strassenbahn bis kurz vor Start. Ich wollte bewu\u00dft knapp losfahren, um nicht unn\u00f6tig herumzustehen. 9:45 war dann Treff mit den Begleitr\u00e4dern. Vielen Dank hier an Marc und Gunter&#8230;.ihr habt einen super Job gemacht!!! Nach gef\u00fchlten 100 Handschl\u00e4gen mit Laufkollegen hie\u00df es schon \u201ezehn&#8230;neun&#8230;.\u201c<\/p>\n<p>Ich wollte von Anfang an Ideallinie laufen. Also sch\u00f6n rechts halten und einordnen. Jeden Kilometer d\u00fcnnte sich unsere Startgruppe immer mehr aus. Beim 10km Abzweig war es dann endlich \u00fcbersichtlich. Die Kilometer waren konstant bei 3:23&#8230;und durch den doch schnelleren Anfang immer 10-15sek unter Marschtabelle. Die beiden angek\u00fcndigten Kenianer schwankten mit ihren Kilometerzeiten so 5-7 Sekunden, sodass ich mal dran war und dann wieder abrei\u00dfen lie\u00df. Vor Kilometer 30 war rein rechnerisch jeder Kilometer unter 3:20 Gift f\u00fcr mich. Ich f\u00fchlte mich zwar nicht so, aber metabolisch liegt man da immer \u201eOberkante Unterlippe\u201c wenn man im Marathon die aerobe Schwelle \u00fcberschreitet. Christian machte einen super Job im Windschatten geben, Tempo machen und Abbremsen. Das Rennen sollte erst bei Kilometer 30 losgehen. Wir teilten uns die Trinkflaschen und genossen den Lauf und die Anfeuerungen. Ab Kilometer 15 musste Christian dann schon mehr beissen und gab mir trotzdem einen guten Schritt vor. Wir waren mit den beiden Kenianern eine gutes F\u00fchrungsquartett. Bei Kilometer 18 war ich durch meine gute Streckenkenntnis und Kurvenschneiderei sogar kurz 5m in F\u00fchrung, stoppte mich aber sofort wieder. Als Christian abbog war ich auf dem l\u00e4ngsten Gegenwindst\u00fcck bis zur Goetheallee auf mich alleine gestellt.<\/p>\n<p>Nachdem der Halbmarathon in 71:37 absolut auf der Marschtabelle lag, zogen die Kenianer an, wie es Jens Borrmann 2009 getan hatte. Ich wollte und konnte mich davon nicht beeindrucken lassen, musste meinen eigenen Stiefel rennen. Auf der Hausdauerlaufstrecke galt es nun die Waage zwischen Tempo und Lockerheit zu bewahren. Ab Kilometer 24 sp\u00fcrte ich jedoch schon feste Muskeln. Eher als 2009. Das Rennen sollte hier richtig beginnen. Ich sagte mir&#8230;\u201cRuhe bewahren\u201c zutschte ein Gel aus&#8230;und versuchte den Schritt zu halten. Die Kenianer in Sichtweite. Taktisch gesehen durfte ich aber nicht heranrennen, sonst w\u00fcrden die beiden noch mehr beschleunigen und mich kaputtlaufen. Am Fetscherplatz&#8230;Kilometer 29 war die Stimmung super&#8230;.ich war wieder locker. Aber gleich bei Kilometer 30 war ich wieder fester&#8230;..weil ich 3:16 pro Kilometer lief&#8230;die Jagdsaison war er\u00f6ffnet. Im Kopf spulte ich nun meine Tempodauerl\u00e4ufe im Gro\u00dfen Garten ab, welchen ich nun \u00fcberrundete. Die motivierende Getr\u00e4nkestelle der befreundeten Triathleten vom TV Dresden war das n\u00e4chste Highlight&#8230;.erste Tr\u00e4nen flossen \u00fcber mein Gesicht. Hier hatte ich 2009 die ersten Kr\u00e4mpfe bekommen. Diesmal war ich genauso fest&#8230;aber 15 sek schneller pro Kilometer und ZUM GL\u00dcCK KEINE KR\u00c4MPFE.<\/p>\n<p>Die Hauptallee rollte es wieder und ich musste mich sogar bremsen. 7 Kilometer konnten sehr lang werden. Das 4. und letzte Mal am Fetscherplatz war die Stimmung am \u00dcberkochen. So kurz vorm Ziel hatte mich niemand so nah (ca 60-80 Meter ) hinter den Kenianern vermutet. Mir ronnen beim Abbiegen aus dem Platz die Tr\u00e4nen \u00fcbers Gesicht. Solche Freudentr\u00e4nen hat man ganz selten (und sie beschreiben den Grund meiner Laufferei). Noch 5 Kilometer&#8230;ich rannte schnelle, aber auf dem Zahnfleisch. Die Kenianer drehten sich nun doch schonmal um. Ich wu\u00dfte, einer rennt vieleicht am Limit, sonst w\u00e4ren sie schneller oder einer enteilt.<\/p>\n<p>Dass ich auch am Limit war, merkte ich in den Kurven: Koordination ist etwas anderes. Und der technisch anspruchsvollste Teil der Strecke stand jetzt zum 2. Mal bevor: 2 B\u00fccken mit Zu- und Abbringern sowie zu \u00fcberholenden Halbmarathonies. Nun sah ich bei Kilometer 40, wie sich ein Kenianer absetzte. Der 2. war mein Ziel, wie der L\u00f6we die schw\u00e4chste Gazelle zum Jagen ausw\u00e4hlt (das ist jetzt wirklich nur metamophorisch gemeint). Am Scheitelpunkt der Augustusbr\u00fccke hatte ich ihn mir zurechtgelegt und griff mit letzter Kraft an, um m\u00f6glichst schnell sowie einsch\u00fcchtern zu \u00fcberholen. Ich war vorbei. Aber das Rennen war noch nicht zu Ende.<\/p>\n<p>Der letzte Kilometer war wie im Tunnel Anfeuerungsrufe, Lautsprecherdurchsagen,Gekreisch.. \u00fcberall PAUL. Und \u00fcber uns die gl\u00e4nzend blendende Sonne. Eine theatralische Stimmung&#8230;und der 2. Rang zum greifen nah. Der Sieg war nie das Ziel&#8230;der 2. Platz um so \u00fcberraschender. Bei 2:22:06 blieb die Uhr stehen.<\/p>\n<p>Die letzten 10 Kilometer war ich unter 33 Minuten gelaufen und hatte mich selbst und alle im Ziel \u00fcberrascht. Alle \u00fcbergl\u00fccklich &#8230;.Asante sana &#8230;..Kiswahili f\u00fcr \u201eDanke\u201c an die Kenianer und alle an und auf Strecke, die mich zu der Bestzeit, \u00fcber 10 Minuten unter meiner alten, getrieben haben. Die Stimmung im Anschluss bei Interviews und Siegeehrung war der Wahnsinn. So viele Freunde und Bekannte&#8230;alle haben gefeiert&#8230;..Wir haben Dresden gerockt \uf04a.<\/p>\n<p>Hier der Link der GPS-Aufzeichnung von Marc als Radbegleiter:\u00a0<a href=\"http:\/\/connect.garmin.com\/activity\/123679251\">http:\/\/connect.garmin.com\/activity\/123679251<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich leg jetzt die Beine hoch. (Endschuldigt etweilige Rechtschreibe- oder Grammatikfehler, das geht jetzt ohne Pr\u00fcfung raus, direkt von der Seele geschrieben<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pressemeldungen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=2895458\">http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=2895458<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=2894944\">http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/artikel.asp?id=2894944<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.dnn-online.de\/dresden\/web\/regional\/sport\/detail\/-\/specific\/Der-Kenianer-Cheruiyot-gewinnt-den-13-Dresden-Marathon-2538625361\">http:\/\/www.dnn-online.de\/dresden\/web\/regional\/sport\/detail\/-\/specific\/Der-Kenianer-Cheruiyot-gewinnt-den-13-Dresden-Marathon-2538625361<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bild.de\/regional\/dresden\/dresden-regional\/kenianer-cheruiyot-gewinnt-dresdenmarathon-20603488.bild.html\">http:\/\/www.bild.de\/regional\/dresden\/dresden-regional\/kenianer-cheruiyot-gewinnt-dresdenmarathon-20603488.bild.html<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_589\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.runningpower.de\/new\/?attachment_id=589\" rel=\"attachment wp-att-589\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-589\" class=\"size-large wp-image-589\" title=\"schon fest bei KM 37\" src=\"http:\/\/runningpower.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/2011-10-23-12.01.43-e1319396564976-1024x883.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"883\" srcset=\"https:\/\/marc-schulze.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/2011-10-23-12.01.43-e1319396564976-1024x883.jpg 1024w, https:\/\/marc-schulze.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/2011-10-23-12.01.43-e1319396564976-300x258.jpg 300w, https:\/\/marc-schulze.com\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/2011-10-23-12.01.43-e1319396564976.jpg 1485w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-589\" class=\"wp-caption-text\">schon fest bei KM 37<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein heutiger 2. 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